Aderlass- die Reinigung des Blutes

Der Aderlass ist eines der ältesten bekannten Ausleitungsverfahren und wird seit der Antike zur Heilung und Prävention von Krankheiten angewendet. In der Naturheilkunde und traditionellen Medizin spielt der Zustand und die Fließeigenschaften des Blutes eine zentrale Rolle, da diese viele Aspekte der Gesundheit beeinflussen.

Beim Aderlass wird dem Körper eine bestimmte Menge Blut entnommen, was sowohl eine entstauende Wirkung hat als auch die Neubildung von frischem, sauerstoffreichem Blut anregt. Dies fördert die Durchblutung in schlecht versorgten Körperregionen und erleichtert den Abtransport von Schadstoffen. Darüber hinaus wirkt der Aderlass beruhigend sowie schmerzlindernd und kann krampflösende Effekte haben.

In unserer Praxis wenden wir den Aderlass insbesondere bei folgenden Indikationen an:

  • Polyglobulie (eine Erhöhung des Blutzellvolumens)
  • Polycythaemia vera (eine spezielle Form der Polyglobulie mit gesteigerter Bildung roter Blutkörperchen)
  • Hämochromatose (eine Überladung des Körpers mit Eisen)

Der Aderlass kann nicht nur zur Linderung dieser spezifischen Erkrankungen beitragen, sondern auch präventiv wirken, um den Stoffwechsel zu regulieren und den Körper von belastenden Substanzen zu befreien.

Weitere naturheilkundliche Ansätze und Indikationen

Neben den genannten spezifischen Erkrankungen wird der Aderlass in der Naturheilkunde auch zur allgemeinen Stoffwechselregulation und Entgiftung eingesetzt. Durch den Aderlass soll der Körper von überschüssigen Stoffen wie Harnsäure oder Entzündungsmediatoren entlastet werden. Auch bei Bluthochdruck oder chronischen Kopfschmerzen wird der Aderlass als ergänzende Maßnahme in Betracht gezogen, um die Blutzirkulation zu verbessern.

Wissenschaftliche Studien zum Aderlass

  • Polycythaemia vera: die Phlebotomie ist die primäre Therapie für Patienten mit Polycythaemia vera, da sie hilft, die Hämatokrit-Werte zu kontrollieren und thrombotischen Komplikationen vorzubeugen. Eine Studie von Marchioli et al. (2011) zeigt, dass eine Hämatokrit-Reduktion unter 45 % das Risiko von kardiovaskularen Ereignissen deutlich senkt (Marchioli R et al. „Cytoreductive therapy and long-term management of Polycythaemia vera“, New England Journal of Medicine, 2011).