Blutegeltherapie- der sanfte Aderlass
Die Blutegeltherapie, als Teil der traditionellen Ausleitungsverfahren, wird seit über 3000 Jahren angewendet.
Sie gilt als eine sanfte Form des Aderlasses und kommt in unserer Praxis bei folgenden Erkrankungen zum Einsatz:
- Venenerkrankungen wie Krampfadern
- Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Rheumatoide Arthritis
- Akute und chronische Entzündungen
Je nach Behandlungsort und Indikation werden zwei bis acht Blutegel verwendet. Die Egel werden mithilfe eines speziellen Röhrchens auf die gewünschte Stelle gesetzt und saugen sich dort fest. Während des Saugens geben die Blutegel wertvolle Wirkstoffe wie Hirudin und Eglin ab, die in ihren Speicheldrüsen produziert werden.
Diese Stoffe wirken nicht nur gerinnungshemmend, sondern fördern auch den Lymphfluss und haben durchblutungsfördernde, krampflösende sowie entzündungshemmende Eigenschaften.
Nachdem sich die Blutegel vollgesogen haben (ein Egel nimmt etwa 10 ml Blut auf), fallen sie von selbst ab. Die Bissstelle kann noch bis zu vier Stunden nachbluten. Dieser Nachblutungsprozess ist ein erwünschter Effekt, der die Blutegeltherapie mit einem sanften, verzögerten Aderlass vergleichbar macht.
Wissenschaftliche Studien zur Blutegeltherapie
Arthrose: eine randomisierte, kontrollierte Studie von Michalsen et al. (2003) zeigte, dass die Blutegeltherapie bei Kniearthrose signifikant zur Schmerzlinderung beiträgt und die Beweglichkeit verbessert (Michalsen A et al. Efficacy of leech therapy in osteoarthritis of the knee: A randomized, controlled trial. Annals of Internal Medicine. 2003; 139(9): 724-730).


